Antivirenprogramme kommen neuen Gefahren besser auf die Spur

Gute Antivirenprogramme sollten nicht nur lange bekannte GefĂ€hrdungen sicher aufspĂŒren, sondern dank besonderer Techniken auch bislang unbekannte SchĂ€dlinge erkennen können. Bedrohungen von morgen wehrt die aktuelle Programm-Generation zwar besser ab als ihre VorgĂ€nger, doch bremsen einige noch immer den Computer aus oder produzieren Fehlalarme.

"Speziell bei der Suche nach bisher unbekannten SchĂ€dlingen mittels der sogenannten Heuristik hat sich die Erfolgsquote bei vielen Programmen fast verdoppelt", sagt Software-Experte JĂŒrgen Schmidt von der "cÂŽt". Alle Testkandidaten enthielten auch einen recht guten Schutz vor Spionagesoftware, sogenannter Spyware. Laut Testurteil produzieren die Programme aber immer hĂ€ufiger Fehlermeldungen, weil sie etwa ein neu zu installierendes Programm als schĂ€dlich einordnen. "FĂŒr den Anwender ist es leider kaum ersichtlich, weshalb die Software Alarm schlĂ€gt", sagt Schmidt.

LĂŒcken gibt es demnach noch beim Schutz vor infizierten Webseiten. Die Web-Filter erkannten nur wenige sogenannte Exploits. Das ist SchĂ€dlingssoftware, die SicherheitslĂŒcken in Software ausnutzt. Kostenlose Antivirensoftware ist laut Testurteil keine empfehlenswerte Alternative zu den zwischen 30 und 65 Euro kostenden Programmen mehr, weil den Umsonst-Tools inzwischen wichtige Funktionen fehlen.

(Quelle: ddp)

 

Anti-Viren-Programme mit großen Unterschieden

 Der Schutz vor Schadsoftware ist bei AktivitĂ€ten im Internet unerlĂ€sslich. Doch die verschiedenen Sicherheitsprogramme bieten ein unterschiedliches Maß an Schutz. In einem Test der Zeitschrift "PC Welt" (Heft 10/2008) von sieben aktuellen Programmen wurden zum Teil gravierende Unterschiede in punkto Sicherheit festgestellt.

Testsieger wurde Norton Antivirus 2008 (Preis rund 30 Euro). Laut Testurteil ĂŒberzeugt diese Software mit einer sehr guten Sicherheitsleistung und besonders einfacher Bedienung. Beispielsweise entdeckte das Programm zu 99 Prozent Installationsdateien von gefĂ€hrlicher Spyware. Bei sogenannter Adware lag die Trefferquote bei 87 Prozent.

Knapp dahinter folgte auf Platz zwei Kaspersky Antivirus 2009 (30 Euro). Das Programm spĂŒrt Ad- und Spyware zwar fast ebenso gut auf wie der Testsieger. In der Bedienung ist diese Software aber etwas komplizierter. DafĂŒr lĂ€uft sie auf Ă€lteren PC-Systemen etwas schneller.

(Quelle: ddp)

 

Vorsicht vor infizierten Webseiten

Sogenannte Schadprogramme verbreiten sich oft ĂŒber verseuchte E-Mail-AnhĂ€nge. Durch SicherheitslĂŒcken kann solche Software jedoch auch beim bloßen Besuch einer Webseite auf den heimischen PC gelangen. "Die Internet-Mafia verbreitet ihre modernen SchĂ€dlinge immer mehr ĂŒber gekaperte oder nachgebaute Internetseiten", warnt Olaf Pursche, Anti-Viren-Experte der Zeitschrift "Computerbild".

Pursche und seine Kollegen beobachteten in den vergangenen Monaten einen starken Anstieg von Viren, Trojanern und Spionageprogrammen. Die Experten verzeichneten von Mai bis Mitte September eine dramatische Zunahme der Schadprogramme um 44 Prozent. "Fast alle Arten von Schadprogrammen legten krĂ€ftig zu. Waren es im Mai rund 237 000 erfasste SchĂ€dlinge, sind es jetzt schon rund 342 000", sagt Pursche. HĂ€ufigste SchĂ€dlinge seien derzeit Trojaner mit fast 102 000 Schadprogrammen (plus 37 Prozent). Mit ihnen können Gauner befallene Computer beispielsweise fernsteuern. ZuwĂ€chse gebe es auch bei Rootkits (TarnschĂ€dlingen), sogenannten HintertĂŒr-Programmen, Bots oder Keyloggern.

(Quelle: ddp)

 

Schutz vor Spam

UnerwĂŒnschte Werbemails sind zu einer Plage geworden, der anscheinend niemand mehr entgehen kann. FrĂŒher oder spĂ€ter erwischt es fast jedes E-Mail-Postfach. Ist die eigene Adresse erst einmal in falsche HĂ€nde geraten, ist die Spamflut kaum noch aufzuhalten. Und auch nicht alle Spamfilter arbeiten zuverlĂ€ssig. Doch es gibt gute Tricks, wie man sich vor solchen Mails schĂŒtzen kann.

Wenn das Postfach mit Spams verseucht ist, ist eigentlich schon zu spĂ€t. Der beste Schutz sei immer noch Vorbeugung, sagt Jo Bager von der Computerzeitschrift "cÂŽt". Die eigene E-Mail-Adresse sollte man wirklich nur an Familie, Freunde, Bekannte und GeschĂ€ftspartner weitergeben. FĂŒr den E-Mail-Kontakt mit Fremden greife man am besten auf Wegwerf-Mailadressen zurĂŒck.

Wenn etwa in Foren, fĂŒr Online-Registrierungen oder fĂŒr Newsletter eine E-Mail-Adresse verlangt wird, sollte man Internet-Dienste wie Spamgourmet (spamgourmet.com) nutzen, rĂ€t Bager. Sie generieren fĂŒr den User Wegwerfadressen und leiten eine bestimmte Zahl von Antworten an seine richtige Adresse weiter. Alle weiteren Nachrichten werden geblockt.

Das Prinzip ist ganz einfach: Der User registriert sich mit seiner echten E-Mail-Adresse bei Spamgourmet und legt einen Benutzernamen fest. Wenn er eine Wegwerfadresse braucht, denkt er sich ein Wort mit maximal 20 Zeichen aus und ĂŒberlegt, wie viele Nachrichten er von dem Anbieter maximal erhalten will. Dann setzt er aus dem ausgedachten Wort, der Zahl und seinem Benutzernamen eine E-Mail-Adresse zusammen, die mit @spamgourmet endet. Diese verwendet er, um sich bei dem Dienst oder im Forum anzumelden. Von dem EmpfĂ€nger erhĂ€lt der User dann noch maximal 20 E-Mails, die folgenden Nachrichten werden von Spamgourmet "verschluckt". Wenn man auch diese Nachrichten empfangen will, kann man den jeweiligen Dienst im Nachhinein auf die Liste zuverlĂ€ssiger Absender setzen.

Im Profimodus kann man zudem eine Antwortmaskierung einschalten. Dabei wird eine Mail, auf die man antwortet, zunĂ€chst an Spamgourmet geschickt. Der Dienst tauscht dann die echte E-Mail-Adresse gegen eine Wegwerf-Adresse aus und leitet die Antwort schließlich an den eigentlichen EmpfĂ€nger weiter. Dadurch wird verhindert, dass Spammer ĂŒber die Antwortfunktion an die E-Mail-Adresse kommen. Außerdem kann man eine Wegwerfadresse kreieren, mit der man Kontakt zu einem fremden EmpfĂ€nger aufnehmen kann, ohne ihm seine echte Adresse zu verraten.

Die einfachste Lösung ist natĂŒrlich, fĂŒr Anmeldungen bei Diensten oder Foren ein spezielles Postfach zu nutzen. Auch hierfĂŒr gibt es Dienste, etwa Sofort-Mail (sofort-mail.de) oder Trash-Mail (trash-mail.de). Der Nutzer muss sich nur einen E-Mail-Namen ausdenken und schon kann es losgehen. Der Name dient gleichzeitig als Login, eine Anmeldung ist nicht nötig. Hier liegt auch das Hauptproblem: Im Prinzip kann jeder, der den Login-Namen errĂ€t, die Mails einsehen - und damit auch sensible Zugangsdaten. Zudem lĂ€sst sich die Post nur kurze Zeit abrufen, danach wird sie automatisch gelöscht. Daher sollte man sich genau ĂŒberlegen, wann man eine solche Adresse einsetzt. Wirklich empfehlenswert seien solche Dienste nicht - schon gar nicht fĂŒr AnmeldevorgĂ€nge, warnt Bager.

Ein Problem ist, dass Dienste wie Spamgourmet und Sofort-Mail inzwischen ziemlich bekannt sind und bei manchen Registrierungen nicht mehr akzeptiert werden. Es empfiehlt sich, dies einfach auszuprobieren. In jedem Fall sollte man auch solchen Diensten nicht blind vertrauen, wie Bager sagt. Man sollte auch hier genau ĂŒberlegen, wem man seine echte E-Mail-Adresse anvertrauen kann und wem nicht.

Spam-Mails lassen sich trotz aller Vorsicht oft nicht verhindern. Daher sollte immer ein Spamfilter aktiv sein. Bager rĂ€t dazu, nach Möglichkeit fest auf dem PC installierte Spamfilter zu nutzen. Sie kann man auf die E-Mails trainieren, die man wirklich empfangen will. Die Fehlerquote wird dadurch mit der Zeit immer niedriger. Kostenlose Programme gibt es unter anderem fĂŒr Thunderbird und Outlook.

Wer browserbasierte Mailclients nutzt, erhĂ€lt zusĂ€tzliche Spamfilter hingegen oft nur fĂŒr Geld. Die Spamfilter der Clients selbst seien aber lĂ€ngst nicht so schlecht wie ihr Ruf, sagt Bager. Sie filterten viele Spam-Nachrichten heraus. Allerdings sollte man regelmĂ€ĂŸig in den Spam-Ordner schauen, da sich dort regulĂ€re E-Mails verfangen haben können. Wenn man selbst mit seinen Mails in einem Spam-Filter landet, merkt man das meist gar nicht erst. Bei wichtigen E-Mails sollte man daher telefonisch nachfragen, ob sie auch angekommen sind, rĂ€t Bager.

(Quelle: ddp)

 

© GCS-IT 2008, Letzte Änderung: Montag, 19. April 2010

 
 

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